Project Freelancing: Allein unschaffbar

Seit April 2019 arbeite ich als Freelancer. Pünktlich zum Geburtstag schenkte ich mir selbst die turbulenteste Phase, die mir mein bisheriges Berufsleben bislang bot – ich kündigte meinen unbefristeten Arbeitsvertrag. Dieses Blog soll einige meiner Schritte begleiten.

Der Plan …

… war einfach: Die Anstellung bei AndroidPIT (meine Artikel) aufkündigen und dann als Freelancer dort sowie bei Konkurrenten wie Notebookcheck (Beispielartikel) oder Golem (Beispiel eins und zwei) weitermachen; mich also inhaltlich zu verbreitern.

Parallel sollten zwei Buchprojekte anlaufen: eines mit der talentierten Fotografin Irina Efremova (Urheber bisher aller Fotos auf dieser Website) über Berlins Dönerbuden, und eines für zweisprachig aufwachsende Kinder wie meine Tochter.

Die Realität …

… sah leider ganz anders aus. Denn wenige Wochen, nachdem ich AndroidPIT verlassen hatte, trudelte die inzwischen offizielle Botschaft ein: Der Laden ist pleite. Mein zuverlässigster Auftraggeber drehte also insovenzbedingt den Geldhahn zu und meine Frau und ich (danke nochmal für diese Website, Frau!) mussten unseren Haushaltsplan neu kalkulieren.

Anstelle der geplanten Zweiteilung meiner Arbeit in journalistisches Brot und Butter sowie kreatives Autoren-Neuland begann also der echte Kampf. Tschüss Comfort-Zone. Hallo Freelancer-Realität.

Das Überleben

Die komplette Kreativ-Zeit geht also seither für Akquise und zum Teil sogar Bewerbungen um Anstellungen drauf. Kluger Rat zum Thema und teils sogar Aufträge kommen von Ex-Kollegen. Die finanzielle Lebensgrundlage kommt von Rücklagen und der Tatsache, dass meine Frau jetzt Steuerklasse drei hat.

Der Spaß und der Nervenkitzel

Ich bin froh, dass ich den Schritt im April gewagt habe. Die gewonnene Freiheit gefällt mir, auch trotz all ihrer Bürden. Es ist die Selbstbestimmtheit bei Arbeitstempo, Pensum und Zeiteinteilung, die ich ungern wieder hergeben möchte. Ich schreibe was ich will, wann ich will und wo ich will, und verkaufe es zu dem Preis, den ich für fair erachte.

Die soziale Komponente

Auch gefällt mir die neue Perspektive auf andere Journalisten aus dem gleichen Fachgebiet. Schon in meinem Dasein als angestellter Autor stellte sie sich peu à peu ein: Wir sind keine Konkurrenten. Wie sind Kollegen. Die Welt der Journalisten ist erstaunlich übersichtlich und wenn wir unseren Beruf richtig verstehen, merken wir unweigerlich, dass er nur mit Zusammenhalt funktioniert. Doch das führe ich in einem separaten Blog-Posting weiter aus.

Wie es weitergeht

Nach dieser noch recht sachlichen Vorstellung meiner bisherigen Arbeit gehe ich in den kommenden Beiträgen auch auf ein paar persönliche Projekte und Interessen ein. Weiterhin werde ich aber auf Fragen eingehen, die sich mir als Online-Journalist stellen.

Außerden versuche ich, WordPress zu begreifen und HTTPS sowie die Kommentarfunktion zu konfigurieren. Bis dahin kommunizieren wir einfach über die anderen Kanäle. Besonders gutes Feedback bekommt dann vielleicht seine eigene Sektion.

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